
Nach dem Besuch des Verkehrsamtes in Darmstadt Mitte Mai besuchte der FDP Ortsverband Darmstadt Ost am 26.08.2010 das Verkehrsamt in Rüsselsheim. Aufmerksam ist der OV Ost auf Rüsselsheim durch die in den letzten Jahren dort durchgeführten Modernisierungen im Bereich der Lichtsignalanlagen. Zusätzlich wurde das Interesse durch den verantwortlichen Rüsselsheimer Verkehrsingenieur Herrn Runhaar verstärkt, der im Jahre 2001 sein Studium an der TUD im Bereich der Verkehrstechnik abschloss. Denn ein Thema seiner Diplomarbeit war unter anderem die Untersuchung der Koordinierung von Lichtsignalanlagen zur Optimierung des Verkehrsflusses. Zu Beginn führte Herr Runhaar in die spezifische Situation in Rüsselsheim ein, eine Stadt, die in den sechziger und siebziger Jahren schnell expandierte und daher eine dem Wachstum entsprechende Straßeninfrastruktur für etwa 100.00 Einwohner plante und umsetzte. Doch diese Einwohnergrenze wurde nie erreicht, im Gegenteil zu anderen Städten verringert sich die Einwohnerzahl eher und derzeit bei etwa 50.000 Einwohnern. Damit ist das Straßennetz für den vorhandenen Verkehr sehr großzügig ausgebaut, eine Situation die sich von Darmstadt grundsätzlich unterscheidet. Ebenso unterscheidet sich das Rüsselsheimer ÖPNV-Netz verglichen mit Darmstadt deutlich: während es in Rüsselsheim nur einen zentralen Knotenpunkt am Bahnhof gibt und die ÖPNV Linien (nur Busse) von dort aus sternförmig verlaufen, existieren in Darmstadt zahlreiche Kreuzungen und Knotenpunkte von ÖPNV Linien (Busse + Straßenbahnen): neben dem Hauptbahnhof und Luisenplatz gibt es viele weitere Abzweigpunkte/Kreuzpunkte die von mehreren ÖPNV Linien angefahren werden, was einen erhöhten Koordinierungsaufwand für die Verkehrsplanung und Organisation bedeutet. Aber auch neben dem MIV und des ÖPNVs wurde bei der Modernisierung der Verkehrswege und Lichtsignalanlagen in Rüsselsheim auch der nichtmotorisierte Verkehr berücksichtigt: neben Fahrradfahrern und Fußgängern (Ampelwartezeitverkürzung) wurden auch Verkehrsteilnehmer (gehbehinderte oder blinde Menschen) in die Auslegung mit einbezogen. So finden sich u.a. an den neuen Ampeln herabgesetzte Bordsteine und akustische Signalanlagen. Dies konnte während der Besichtigung der Lichtsignalanlage am Ausführungsbeispiel „Haßlocher Kreisel“ begutachtet werden. Anschließend warfen wir zusammen mit Herrn Runhaar noch einen Blick auf die alte und neue Rechentechnik im Keller des Rathauses. In der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der Verkehrssysteme in Darmstadt und Rüsselsheim ausführlich eingegangen werden. Beide Städten haben bzw. sind gerade dabei ihre Lichtsignalanlagen auf moderne selbststeuernde Knotenpunkte auszubauen. Als nächsten Ausbauschritt wird wohl in Rüsselsheim als auch in Darmstadt bald die intelligente Vernetzung der Lichtsignalanlagen anstehen, womit ein deutlicher positiver Effekt auf den Verkehrsfluss verbunden sein wird. Adrian Feichtinger
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